Für mehr Miteinander statt Nebeneinander

Veröffentlicht am 08.04.2016 in Soziales & Familie

SPD-Politikerinnen informieren sich über Mehrgenerationen-Neubauprojekt in Buch am Erlbach

Franz Göbl, Bürgermeister von Buch am Erlbach, freute sich, MdL Ruth Müller, die stellvertretende Vorsitzende der Landshuter SPD, Patricia Steinberger, sowie Stadträtin Anja König bei sich im Rathaus begrüßen zu dürfen. Angesichts des immer weiter zunehmenden Mangels an bezahlbarem Wohnraum auch in ländlichen Gefilden, lag der Fokus des Gesprächs auf den zahlreichen Bauprojekten in Buch am Erlbach.

In Buch gibt es bereits zahlreiche Maßnahmen, um die Gemeinde möglichst barrierearm zu gestalten und infrastrukturell gut auszustatten. Die Gemeinde Buch am Erlbach beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit den Auswirkungen des demographischen Wandels und wird als „Modellkommune“ bei ihren Vorhaben wissenschaftlich begleitet. So wurde beispielsweise eine aufgrund der Lage terrassenförmig angelegte Siedlung so gebaut, dass jedes Haus ebenerdig begeh- und befahrbar ist. Außerdem gibt es gut besuchte Einrichtungen zur Kinderbetreuung, ein Seniorenzentrum, Apotheke und Ärztehaus. Nahe des Seniorenwohnheims wurde ein Park errichtet, der als generationenübergreifender Begegnungs- und Aufenthaltsbereich genutzt wird. Hiervon konnten sich die Gäste persönlich überzeugen, besonders gefiel dabei Ruth Müller die Gestaltung des Parks mit Informationstafeln zu wichtigen Ereignissen in der Bucher Geschichte.

„Ziel unserer Gemeinde ist die Schaffung von generationenfreundlichem, flexiblem und bezahlbarem Wohnraum“, so Bürgermeister Franz Göbl. Daher wird gerade im Baugebiet „Gastorfer Straße“ auf Wohnungsangebote geachtet, die sich den im Laufe des Lebens verändernden Bedürfnissen der Bewohner anpassen, indem Ergänzungen oder spätere Teilungen, wenn z.B. die Kinder aus dem Haus sind, möglich sind.

Neben diesen so geplanten Ein- bis Mehrfamilienhäusern, welche von Privatinvestoren gebaut werden, wird auch ein Mehrgenerationen-Wohnkomplex durch die MARO Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen entstehen. Das Grundstück hierfür ist so ausgewählt, dass ein barrierefreier Zugang zum Ärztehaus und Dingen des täglichen Bedarfs möglich ist. Da man für ein Miteinander verschiedenster Generationen sorgen möchte, werden in den drei Gebäuden etwa 30 Einheiten, vom Single-Appartement bis zur 5-Zimmer-Wohnung geschaffen, weiterhin wird den Bewohnern ein Gemeinschaftsraum zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stehen. Außerdem soll es einen verkehrsberuhigten Innenhof geben, sowie einen Zugang zum öffentlichen Spielplatz, um so auch eine Integration des nachbarschaftlichen Wohnens in das Neubaugebiet zu ermöglichen. Dies soll einer Vereinsamung im Alter entgegenwirken, die Selbstbestimmtheit so lange wie möglich erhalten, aber auch die gemeinschaftliche Hilfe untereinander fördern. Darüber hinaus macht die häusliche Pflege des Roten Kreuzes zusätzlich ein langes Leben in barrierefreiem Wohnraum möglich. Finanziert wird der genossenschaftliche Bau über Anteile von Privatinvestoren, bisher mehrheitlich Ortsansässige, sowie über Fördergelder und Darlehen. Nachdem gerade auf bezahlbarem Wohnraum ein Hauptaugenmerk liegt, sollen die Mieten dabei möglichst niedrig gehalten werden, außerdem seien auch Mietkostenzuschüsse möglich, so Göbl.

Besonders lobenswert fand Patricia Steinberger, stellvertretende Vorsitzende der Landshuter SPD, die flexiblen Bauprojekte, die in der Gemeinde Buch am Erlbach umgesetzt werden. „Somit ist wirklich gewährleistet, dass alle Altersgruppen und Lebensumstände der Bucher Bevölkerung berücksichtigt werden.“ Dass sich die Gemeinde selbst sehr intensiv und aktiv in die Bauvorhaben einbringt, sei eine vorbildliche Umsetzung des Artikels 106 der Bayerischen Verfassung, nachdem der Staat und die Gemeinden für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum verantwortlich seien. Diese Einstellung und Offenheit wünsche sie sich auch in der Stadt Landshut.

Vorausschauend sei die Gemeinde Buch am Erlbach, wenn es darum gehe, Antworten auf die Herausforderungen der Zeit zu finden, lobte die Landtagsabgeordnete Ruth Müller die Aktivitäten. „Gerade in unserer Region ist es wichtig, wieder mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, da durch den Verkauf der GBW-Wohnungen infolge des Landesbankdebakels 1.200 Sozialwohnungen in Stadt und Landkreis Landshut an einen privaten Investor verkauft wurden“, so Müller. Alleinerziehende hätten ebenso wie junge Singles oder Rentnerinnen einen schmalen Geldbeutel und erleben bei der Suche nach Wohnraum einen Verdrängungswettbewerb der nur durch mehr Wohnbebauung aufgelöst werden kann.

 

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