Wahlkampftaktik?

Veröffentlicht am 14.04.2012 in Bildung

Leserbrief in der Landshuter Zeitung vom Samstag, 14. April von der Kreisvorsitzenden Ruth Müller:

"Keine Experimente mehr" - Bericht in der Landshuter Zeitung vom 10. April 2012:

Im Zeitungsbericht heißt es, dass sich die Einführung des achtjährigen Gymnasiums bewährt habe und der Bezirksverband der JU Niederbayern die Linie des Landesverbands unterstütze. Die Linie des CSU-Landesverbands weicht dabei scheinbar von der Linie des Kultusministeriums ab:

Am 6. März 2012 hatte die SPD-Landtagsfraktion den Antrag gestellt: „Die Staatsregierung wird aufgefordert, für das bayerische Gymnasium ein Konzept vorzulegen, das den Schülerinnen und Schülern mehr zeitliche Flexibilität ermöglicht, so dass das Abitur in 8 oder 9 Schuljahren erreicht werden kann.“ Am 8. März wurde dieser Antrag im Bildungsausschuss des Landtages von CSU und FDP abgelehnt. Am 9. März stellte Kultusminister Spaenle in einer Pressekonferenz grundlegende Reformen zum G8 vor. Am Samstag, 10. März stand dazu in vielen Zeitungen der Begriff vom „G 8,5“, das ab dem Schuljahr 2013 / 2014 eingeführt werden soll. Gymnasiasten sollen dann die Möglichkeit bekommen, „künftig selbst auszusuchen, ob sie 8 oder 9 Jahre bis zum Abitur brauchen.

Gemeinsam mit Experten aus dem Ministerium, Eltern, Lehrern und Schülern solle nun an einem Runden Tisch geklärt werden, wie genau dieses Jahr ausgestaltet werden kann.

Als die bayerische SPD dieses Thema aufgegriffen hatte, sprach der bayerische Kultusminister noch von „landespolitischem Dilettantismus“. Wenige Tage später vollzog Dr. Ludwig Spaenle eine rasante Kehrtwende und folgte somit dem SPD-Vorschlag – allerdings mit der Änderung, dass das „freiwillige“ Jahr in der Mittelstufe und nicht, wie von der SPD gefordert, in der Oberstufe stattfinden soll.
Kennt die Junge Union Niederbayerns die Linie des Kultusministeriums nicht oder waren wahlkampftaktische Gründe ausschlaggebend für diese Pressemeldung?

 

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